
Hinschauen – Mobbing in der Schule erkennen
Dr. Hein Zopes gestaltet Material für schulinterne Lehrerfortbildungen mit den Themenschwerpunkten “Pädagogische Herausforderungen” und “Digitale Souveränität”.
Dieses Material darf entsprechend der CC BY 4.0 Lizenz von jedem heruntergeladen, genutzt, vervielfältigt und verändert werden darf. Gerne können Lehrerinnen und Lehrer es für ihren Unterricht verwenden. Auch für SchiLF-Angebote ist es geeignet. Alle enthaltenen Informationen wurden gewissenhaft recherchiert. Die Materialien werden regelmäßig ergänzt.
Hinschauen – Mobbing in der Schule erkennen
Eckdaten des Videos
| Stichworte | Kommunikation Mobbing Mobbingkriterien Opfersymptome Unterscheidung zwischen Mobbing und Konflikt Verhalten verstecktes Mobbing |
| Inhalt | Im Zentrum des Videos steht das Erkennen von Mobbing-Systemen durch das Achten auf Opfer-Symptome, die Analyse von mobbingtypischen Verhaltensweisen und die Bedeutung der kollegialen Kommunikation über Aspekte des Sozialverhaltens in den Schülergruppen. |
| Zielgruppe | Schulleitungen, Lehrerinnen und Lehrer, Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter |
| Dauer | 5:01 |
Transkript des Videos
In diesem Video wird es um die Frage gehen, warum Mobbing an Schulen manchmal erst spät erkannt wird und wie das Erkennen von Mobbing optimiert werden kann.
Mobbing er wird an Schulen oft erst spät, nicht selten auch zu spät erkannt. Das hat er verschiedene Gründe. Eine erste Herausforderung ist, zwischen Mobbing und einfachen Konflikten und Streitigkeiten unterscheiden zu können.
Um vom Mobbing zu sprechen, müssen eine einige Kriterien erfüllt sein. So gilt das Kriterium der Häufigkeit. Die einzeligen Handlungen treten wiederholt auf. Es gibt das Kriterium der Dauer. Ein am Morbing Prozess dauert an, Tage, Wochen, Monate. Es gibt den Aspekt des Macht und Gleichgewichts. Zwischen Tätern und Opfern besteht ein Kräfte und Gleichgewicht, z.B. schon durch die zahlenmäßige Überlegenheit der Gruppe der Täterin und Täter gegenüber dem Opfer. Es gibt eine Schädigungsabsicht. Die Handlungen sind absichtlich und verletzend. Etwa Beleidigungen, Ausgrenzungen, Gerüchte oder systematische Bloßstellungen.
Das Opfer erscheint hilflos. Das betroffene Kind kann sich aus eigener Kraft kaum gegen die Angriff wehren und es erlebt sich ausgeliefert.
Für einen Beobachter, der nur singuläre Vorfälle wahrnimmt, kann es zu einer Fehleinschätzung kommen, sodass ein tatsächlich ablaufender Mobbingprozess fälschlicherweise als einfacher Konflikt bewertet wird. Mobbingübergriffe sind in der Regel sehr subtil und werden verdeckt oder außerhalb der Sicht der Lehrkräfte durchgeführt.
Im Falle von indirektem oder verstecktem Mobbing kann selbst das Opfer nicht genau sagen, wer die Täterinnen und Täter sind. Verleungen, Sachbeschädigung und anonyme Beleidigungen sind hier typische Taten.
Opfer und Zuschauende suchen nur selten Hilfe. Scham und Angstmotive oder ein problematischer Ehrengodex spielen hier oft eine Rolle.
Für das rechtzeitige Erkennen von Mobbing spielt auch die Professionalität der Lehrkräfte eine wesentliche Rolle.
Lehrkräfte mit einem sehr engen, nur auf physische Gewalt begrenzten Gewaltbegriff bewerten Vorfälle seltener als Mobbing als Lehrkräfte, die auch psychische Übergriffe als Gewalt interpretieren. Hier kommt der Professionalisierung der Lehrkräften durch entsprechende Fortbildung eine sehr große Rolle zu.
Wie können nun aber die Chancen für das frühzeitige Erkennen von Mobbing erhöht werden? Da muss zunächst einmal der Blick auf die Opfersymptome gerichtet werden. Opfer zeigen häufig Dinge wie Traurigkeit, Isolation. Krankmeldungen sind nicht selten. Es tauchen Konzentrationsprobleme auf. Ein plötzlicher Leistungsabfall kann in Erscheinung treten. Manchmal kommt es auch zu negativen Äußerung über sich selbst. Auf diese Opfersignale gilt es zu achten.
Auch beim Auftreten bestimmter Verhaltensweisen wie Hänseleien, bewusstes Nichtbeachten einer Mitschülerin oder eines Mitschülers, bei Gerüchten, Sachbeschädigungen, Bedrohungen oder körperlicher Gewalt gilt es die Hintergründe zu beleuchten. Man muss mit den beteiligten Personen das Gespräch suchen, um zu erfahren, ob es sich um einen Einzelfall handelt oder ob hier Dinge beobachtet werden, die schon häufiger vorgekommen sind.
Zudem ist eine gute Kommunikation unter den Lehrkräften über Beobachtungen im Bereich der sozialen Schülerinnen und Schülerinteraktion wichtig, damit aus einzelnen Beobachtungen ein aussagekräftiges Prozessbild entstehen kann. Wir sehen, es gibt eine ganz Reihe von Möglichkeiten, das früher Erkennen von Mobbing in der Schule zu optimieren.
Bildmaterial aus dem Video
Mobbingkriterien

Mobbingarten

Herausforderung Mobbing-Diagnose

Mobbing Opfer-Symptome

Mobbing: Auffällige Verhaltensweisen

Mobbing-Diagnose: Handlungsmöglichkeiten

