Dr. Hein Zopes gestaltet Material für schulinterne Lehrerfortbildungen mit den Themenschwerpunkten “Pädagogische Herausforderungen” und “Digitale Souveränität”.

Dieses Material darf entsprechend der CC BY 4.0 Lizenz von jedem heruntergeladen, genutzt, vervielfältigt und verändert werden darf. Gerne können Lehrerinnen und Lehrer es für ihren Unterricht verwenden. Auch für SchiLF-Angebote ist es geeignet. Alle enthaltenen Informationen wurden gewissenhaft recherchiert. Die Materialien werden regelmäßig ergänzt.

Eckdaten des Videos

StichworteNextcloud
Cloud
Digitale Souveränität
Open Source
InhaltMit einem Raspberry Pi und einem kleinen Reiserouter kann man im Unterrichtsraum sehr einfach eine selbst verwaltete Nextcloud einrichten. Die Schülerinnen und Schüler erhalten die Möglichkeit, diese Open-Source-Cloud-Lösung kennen und einrichten zu lernen. Ihre digitale Souveränität wird gestärkt.
ZielgruppeSchulleitungen, Lehrerinnen und Lehrer, Schulträger
Dauer12:06

Transkript des Videos

Genaue Zahlen kennt man nicht, aber man kann davon ausgehen, dass mehr als die Hälfte oder vielleicht die Hälfte der Schulen in Deutschland Microsoft Produkte für die Digitalisierung von Unterricht nutzen. Das kann man durchaus kritisch sehen, weil bei diesem Ansatz die digitale Souveränität unserer Schülerinnen und Schüler gar nicht im Vordergrund steht. Und gerade in Zeiten, wo in Amerika kritische Entwicklungen sind, die Demokratie zurück gebaut wird, ist doch diese Abhängigkeit von den amerikanischen Techgiganten mit Sorge zu betrachten.

Der Norden geht voran. Das Bundesland Schleswig-Holstein und die Stadt Lübeck zeigen, wie man mit Open-Source-Lösungen eine gute digitale souveräne Struktur aufbauen und den Schülerinnen und Schülern digitale Souveränität vermitteln kann.

Diesem Vorbild sollte man folgen. Es wird vielleicht nur eine Weile dauern, bis viele andere Schulträger dies verstanden haben. Und es wird dann noch länger dauern, bis es umgesetzt wird.

Bis dahin könnten wir ja vielleicht ein paar kleine Insellösungen versuchen, damit unsere Schülerinnen und Schüler doch einen Einblick in die Open-Source-Welt bekommen und erkennen können, wie digitale Souveränität funktioniert. Dazu könnten wir z.B. eine Nextcoud in den Unterricht bringen.

Dafür braucht man nur einen kleinen Minicomputer, einen Einplatinen-Computer wie den Raspberry Pi. Hierauf kann man eine Nextcoud installieren, die dann allen Schülerinnen und Schülern zur Verfügung steht.

Wenn es im Unterrichtsraum keine Möglichkeit gibt, diesen Raspberry Pi ins WLAN zu bringen, dann braucht man noch einen kleinen Reiserouter, den kann man bei Internethändlern für 30 bis 40 € kaufen. Und mit diesen beiden kleinen Geräten bringt man in wenigen Minuten eine Nextcoud in den Unterrichtsraum.

Die Schülerinnen und Schüler können diese Nextcloud kennenlernen. Sie können diese Cloudtechnologie erkunden. Sie können selber verstehen, wie digitale Souveränität mit wenigen einfachen Mitteln zu erreichen ist. Und das macht doch schon mal Sinn. Von daher gönnen wir doch unserem kleinen Reiserouter ein bisschen Strom und dann schauen wir, wie man das Ganze in wenigen Minuten zum Laufen bringt.

Der Router ist mit Strom versorgt. Er generiert nun ein WLAN. Wir verbinden unser Gerät mit diesem.

Hierzu müssen wir das Passwort angeben, welches sich auf der Unterseite des Geräts befindet. Wir rufen in einem Browser die Administratoren-Seite des Routers auf. Die IP findet sich in der Gebrauchsanleitung und nun setzen wir ein Administrator-Passwort.

Der Router selber ist im Moment noch nicht mit dem Internet verbunden. Wir haben nun verschiedene Möglichkeiten, dies zu erreichen. Falls wir einen WLAN mit Internet im Umfeld haben, können wir dieses nutzen.

Das vom Router erzeugte WLAN erhält einen Namen, den man sich gut merken kann. Wir nennen es z.B. librepro und setzen ein Passwort, dass die Schülerinnen und Schüler für eine Anmeldung nutzen können. Dies kann natürlich jederzeit geändert werden.

Nun wollen wir im nächsten Schritt an unseren Router noch die Nextcloud anschließen. Dazu müssen wir einen Nextcloud Server aufsetzen. Das geht unheimlich einfach. Wir werden eine Speicherkarte des Raspberry Pi mit einem Nextcloud Pi Image beschreiben und fertig ist der Server und wir haben sofort eine funktionsfähige Nextcloud. Das Image finden wir bei Gitub.

Wir sehen, es gibt eine ganze Reihe unterschiedlicher Angebote und wir brauchen etwas für einen Raspberry Pi und ich sehe hier schon, da gibt es eine ZIP-Datei: NextCloudPi Raspberry Pi 4. Und ein Raspberry Pi 4 ist genau das, was wir gerne verwenden wollen. Die Geräte sind relativ häufig. Vielleicht gibt es an der Schule schon einen Raspberry Pi 4 oder ganz viele davon oder es gibt Kollegen, die einem ein solches Gerät zur Verfügung stellen können. Zur Not muss man es einmal kaufen. Mit einem Gehäuse kostet die Platine mit einem Netzteil und einer Speicherkarte um die 100 €. Aber das lohnt sich, denn man kann einen Raspberry Pi 4 für ganz viele unterschiedliche Zwecke verwenden.

Nach dem Download der Image Zipdatei entpacken wir diese und schreiben das Image auf die Speicherkarte. Hierzu gibt es auf allen Plattformen geeignete Apps. Wir benutzen hier den Raspberry Pi Imager. Zunächst müssen wir eingeben, dass wir eine Karte für einen Raspberry Pi 4 schreiben wollen. Im zweiten Schritt geben wir an, dass wir ein bereits heruntergeladenes Image benutzen wollen. Schließlich legen wir noch fest, auf welche Speicherkarte das Image übertragen werden soll. Wir werden noch einmal gefragt, ob wir sofort fahren wollen und erhalten den Hinweis, dass alle bisherigen Daten überschrieben werden. Da wir hier gerade auf einem Linux System arbeiten, müssen wir den Vorgang mit unserem Benutzer-Passwort genehmigen. Die Daten werden auf die Karte geschrieben. Anschließend wird die Karte geprüft und verifiziert.

Die fertige Karte wird in den Raspberry Pi gesteckt. Dieser wird mit einem LAN-Kabel mit dem Router verbunden. Für größere Datenmengen kann ein USB Laufwerk angeschlossen werden. Der Raspberry Pi wird mit Strom versorgt. Für das Einrichten wird die Administratoren-Oberfläche im Browser mit NextcloudPi:Local aufgerufen. Zunächst erscheint eine Informationsseite mit zwei Passwörtern, die wir später brauchen werden. Diese sichern wir. Wir aktivieren den Server und melden uns mit dem ersten gesicherten Passwort an. Nun erscheint ein Wizard, der uns beim Einrichten hilft. Eine angeschlossene USB-Festplatte wird eingerichtet. Auf einen Zugriff auf die Nextcoud von außen verzichten wir zunächst. Und wir sehen, wir sind fertig und wir können nun zu unserer Nextcloud wechseln.

Und jetzt sind wir beim ersten regulären Login. Auch hier müssen wir wieder den Kontonamen verwenden: „ncp“. Aber jetzt brauchen wir das zweite Passwort, was wir ja gesichert haben. Und wir sehen, da ist sie, die Next Cloud.

In Zukunft wollen wir uns natürlich nicht mit all diesen kryptischen Namen anmelden, sondern wir wollen das mit einem vernünftigen Konto machen. Und deshalb legen wir uns jetzt ein entsprechendes Konto zu. Da wir als Administrator arbeiten wollen, soll das natürlich ein Administratoren-Konto sein, und wir geben dem jetzt einen Kontonamen. Ich brauche ein Passwort und eine E-Mailadresse. Ich will ein Admin sein und das soll jetzt hier angelegt werden. Ab jetzt kann ich als Admin mich immer wieder anmelden und hier alle möglichen Kollegen oder Schülerinnen und Schüler anlegen, Ordner erstellen und all das machen, was man auf einer Cloud so machen möchte.

Eine Open Source Cloud für die Schülerinnen und Schüler einzurichten ist also gut machbar. Geben wir doch unseren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, diese digital souveräne Cloudlösung kennenzulernen. Vielen Dank für das Schauen dieses Videos.